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| Feministische Theorie: Frauenbewegung und weibliche Subjektbildung im Spätkapitalismus
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Guter kritischer Überblick mit Tendenz
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Feministische Theorie: Frauenbewegung und weibliche Subjektbildung im Spätkapitalismus (Taschenbuch) Die Autorin führt in die feministische Theorie anhand weiblicher Subjektbildung im Spätkapitalismus ein und setzt sich insbesondere mit den Subjektvorstellungen Simone de Beauvoirs, den Differenzfeministen ausgehend von Rousseau und der allseits bekannten postmodern-dekonstruktivistischen Theorie Judith Butlers auseinander. Glücklicherweise ist das Buch sehr verständlich geschrieben und es macht streckenweise richtig Spaß zu lesen, da nicht nur die wichtigsten Aspekte der jeweiligen Ansätze diskutiert werden, sondern auch einiges aus der konkreten Zeitgeschichte erwähnt wird und auf aktuelle Problemlagen verwiesen wird. So geht es um Biopolitik, Eugenik, pränatale Diagnostik, die 68er Frauen-Bewegung in spezifischen Formen: Kinderladenbewegung, Weiberräte etc. Problem bleibt dann aber die Deutung bzw. das Fazit. Erfolgt eine konkrete Kritik immer anhand des vorgestellten Ansatzes und seiner stillen Voraussetzungen, die, so die Tendenz der Deutung, den Kapitalismus mit modernisiert haben und so den Feminismus und seine Forderungen positiv verstoffwechselten und in die Anforderungen des Kapitals integrierten, wird am Schluss des Buches tatsächlich geäußert, dass eine ,,wahre Selbstbestimmung erst in einer wahrhaft freien Gesellschaft möglich ist.,, (S.180). Das ist wieder so tiefrot utopisch gefärbt, dass man nicht weiß, was man sagen soll, weil es auch kein theoretischen Vorschlag gibt, den es nun umzusetzen gelten kann. Worin diese Wahrhaftigkeit der neuen Gesellschaft und der darin lebenden Subjekte bestehen könnte, bleibt unerwähnt und lässt sich nur anhand der Subjektkritiken dechiffrieren. Ob das aber reicht, ist fraglich, da gerade die postmodernen Theorien das Dilemma der großen Löcher versuchten zu verarbeiten, welche solch' universalistischen Postulate in die Realität rissen. Anders ausgedrückt: Stellt sich die Frage nach der wahrhaften Freiheit denn überhaupt noch ? Denkt man sich den Schluss weg, auch wenn er noch nach so verführerischen Imperativen klingen mag, dann ist dieses Buch eine saubere kritische Impfung gegen die u.a. Dominanz des postmodernen Diskurses ebenso wie zu willfährigen Gleichheitspostulaten der Existenzialisten um Sartre und Beauvoir.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 10. Dezember 2009 | | | | | | | |
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