Piraten der Karibik. Die Achse der Hoffnung


 
Aufstand der (Polit-)Clowns
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Piraten der Karibik: Die Achse der Hoffnung: Castro, Chávez, Morales (Gebundene Ausgabe) Nach den Verwüstungen, die der Neoliberalismus in weiten Teilen unserer Presselandschaft angerichtet hat, ist es tröstlich und notwendig eine Stimme wie jene Tariq Alis zu vernehmen, der als Brite pakistanischer Herkunft über die lateinamerikanischen "Piraten der Karibik" schreibt. Man möchte fast meinen, hier so etwas wie "Globalisierung" im personifizierten Gegenmodell auszumachen. Alis, in von ihm nicht bestrittenen, polemischen Tonfall vorgetragene Schrift ist eine Lobrede auf die neuen Hoffnungsträger in diesem Raum, als da sind, allen voran, Hugo Chavez, Venezuela, dann Evo Morales, Bolivien (Karibik ?) und der grosse alte Mann auf Kuba im Hintergrund. Männer des Volkes und aus dem Volk die beiden ersten, die kritisch wachende Instanz der letzte. Es geht darum, dem sogenannten WC (Washington Consensus oder etwas salopper, Yankee-Imperialismus) mit zunehmender Macht und wachsendem Erfolg entgegen zu treten, über den ganzen Kontinent hinweg Koalitionen zu schmieden und also den, in den USA mit fundamentalchristlicher Ideologie unterlegten Raubtierkapitalismus in die Schranken zu weisen. Zu dessen Hütern gehören ja die sich groteskerweise nach wie vor Kommunisten nennenden Chinesen ebenso wie die Sozialisten vom Schlage Blairs, Schröders und leider inzwischen auch Lulas oder wie sie sonst noch heissen mögen. Das Angebot des Neoliberalismus, oft mit dem Etikett Demokratie verklebt, findet, wie wir wissen, bei den sogenannten Globalisierungsverlieren, in deren Ländern sich die Eliten schamlos bereichern, verständlicherweise kaum Zuspruch. Letztere Erscheinung breitet sich indes auch im aufgeklärten Westen mehr und mehr aus. Korruption als allwaltendes Movens. Da nimmt es nicht wunder, dass Leute wie Chavez oder Morales von unserer seriösen Presse als Politclowns abgetitelt werden, nur weil diese das Verbrechen begehen, erwirtschaftete Erträge aus weltweit offenbar lebenswichtigen, jedoch in ihren Ländern vorkommenden Ressourcen gewissermassen ans Volk weiter zu reichen. Ein solches Verhalten muss einen Börsengierhals sich am Champagner verschlucken lassen. Dass Demokratie nicht sein muss, was sich die Eliten in den westlichen Hauptstädten darunter vorstellen, wird nun an verschiedenen Plätzen dieses Planeten vorgeführt. Und ein falsches Verständnis von Demokratie kann und wird mittels militärisch hinterlegter Drohkulisse korrigiert. Dass unter solchen Umständen -die bigotten Medien mag's freuen - ,der Terrorismus keimt, ist nicht weiter verwunderlich. Deshalb sind unabhängige Beobachter wie Tariq Ali, ein Kenner der globalen Krisenherde, wichtig, weil sie sich dem Konsens der Mainstreampresse verweigern. Und es ist durchaus nicht ein Akt der Heiligsprechung, wie das Titelbild mit dem unter einem Heiligenschein hervor lächelnden Übervater Fidel ironisch andeutet. Leider ist das Buch mit Anhängen und Verweisen überfrachtet, was der Übersicht und dem Verständnis wenig dient, wenngleich die dort eingefügte Chavez-Rede vor der UNO-Vollversammlung, hier mehrheitlich verschwiegen (Politclown), interessante und bedenkenswerte Aspekte aufzeigt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 6. April 2007
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